Meine
Chiemsee-Woche
Ein voller Koffer, neue Wanderschuhe meine
Gitarre auf dem Rücken. Es war ungewohnt früh für mich, als ich um
6 Uhr am Hauptbahnhof in Berlin ankam. Kurz nach mir trafen auch
langsam die anderen am Bahnstieg ein. Ich war komischer Weise
ziemlich nervös, kein Wunder bei lauter neuen Leuten. Nach 2 Stunden
kamen wir in … an, trugen unsere Koffer aus dem Wagon und wollten
gleich weiter zum nächsten Gleis. Bis Philip plötzlich eine
schockierende Feststellung machte: „Wo ist eigentlich mein Koffer?“
Bei dem ganzen Trubel vergaß er, auf seine Sachen zu achten. Der ICE
fuhr also ab und schickte seine Sachen in das Herz von Amsterdam.
Dennoch ging es weiter und um rund 16 Uhr standen wir vor dem
Irmengard-Hof am bayrischen Chiemsee. Wir erfuhren, dass wir die
erste Gruppe auf diesem Hof waren und wurden gleich nach einer
kleinen Kuchen-Pause durch das große Anwesen geführt. Und wenn ich
Anwesen sage, dann meine ich nicht nur das schöne Haus, sondern auch
die riesig große, dazugehörige Wiese.
Ich war beeindruckt von
so viel atemberaubender Natur, wir konnten kilometerweit bis zu den
Vor-Alpen schauen.
Nachdem wir unsere Zimmer fertig bezogen haben
wurde auch gleich das erste Mal in der Gemeinschafts-Küche gekocht.
Wir wurden so schon von Beginn an eine starke Gruppe. Wenn ich so
drüber nachdenke, war allein der erste Tag wie eine komplette Woche:
so viele unbekannte Gesichter, eine neue Umgebung und zahlreiche
Erlebnisse.
Am zweiten Tag standen wir früh auf, frühstückten
gemeinsam und uns wurde das heutige Programm vorgestellt: ein Besuch
in der Kletterhalle. In Bussen fuhren wir in die Kletterhalle
Rosenheim. Die bis zu 15 Meter hohen Wände baten wirklich
Möglichkeiten für jeden, sogar für mich Anfänger. Wir durften uns
gegenseitig sichern, was uns noch mehr zusammenschweißte. Schwups,
da war ich auch schon an der Decke! Die erste Aktion, die ersten
blauen Flecke, das gleiche schöne Gefühl. Mir gefiel aber auch der
Einkauf danach richtig gut. Wir wurden wirklich überall mit
einbezogen, das war großes Kino. Dementsprechend wurde dann
natürlich auch das Abendbrot mit anschließendem Lagerfeuer. Aber eh
ich mich versah, war auch dieser Tag wieder vorbei.
Das Wetter
hat sich während der Nacht gottseidank gehalten und wir machten uns
mit Wanderstiefeln auf zur Kampenwand. Wir haben noch beim Frühstück
beschlossen, lieber hinauf zu wandern und abschließend mit der
Seilbahn wieder hinunterzufahren. Die ersten paar Höhenmeter waren
kein Problem. Dann kamen noch mehr, und noch mehr… und noch mehr.
Die größte Pause hielten wir an einer schönen kleinen Alm mit
wunderschönem Ausblick auf die kleinen Dörfer. Nach insgesamt
ungefähr 4 ½ Stunden saßen wir (endlich) in einem kleinen
Restaurant, tranken Almdudler und genossen die wunderschöne
Aussicht. Die Flasche steht übrigens jetzt noch bei mir Zuhause.
Eine Sache gefiel mir abends immer sehr gut: Wir trafen uns immer in
der Tenne und machten Einschätzungen in allen verschiedenen
Varianten. Einmal als Diagramm, als Wetteransagen oder in Form von
kleinen Spielen.
Der dritte Tag stand unter dem Motto ‚Abwarten
und Daumen drücken‘. Das Wetter stand nicht ganz auf unserer
Seite, aber dennoch fuhren wir in einen Kletterwald. Anfangs strahlte
auch noch die Sonne durch die grauen Wolken, doch die zogen sich im
Laufe der Zeit ziemlich zu. Wagemutig trauten sich die meisten dann
doch an die schwersten Parcours, aber ich ließ mir nach 3 Strecken
dann doch lieber eine heiße Schokolade schmecken. Donner und Blitz
schauten wir abends also lieber von drinnen an. Ich finde, wir hatten
echt Glück mit dem Wetter. Samstag verbrachten wir zwar auf dem Hof,
aber das war mindestens genauso lustig wie die aufregenden Ausflüge
zuvor. Als es später kurze Zeit aufhörte machte ich mich mit 3
anderen auf zum Äpfel pflücken. Daraus wurde leckeres Apfelmus. Am
Abend füllten wir die ‚Das-Mögen-wir-an-dir-Umschläge‘ und
ließen die letzten Tage Revue passieren. Jetzt bin ich wieder im
kalten Potsdam, schaue mir die zahlreichen Fotos aus Bayern an und
vermisse jeden einzelnen unserer Gruppe.
Annkathrin Knappe, 15 Jahre
