Hände mit einem Foto

Chiemsee Herbst 2011

Meine Chiemsee-Woche

Ein voller Koffer, neue Wanderschuhe meine Gitarre auf dem Rücken. Es war ungewohnt früh für mich, als ich um 6 Uhr am Hauptbahnhof in Berlin ankam. Kurz nach mir trafen auch langsam die anderen am Bahnstieg ein. Ich war komischer Weise ziemlich nervös, kein Wunder bei lauter neuen Leuten. Nach 2 Stunden kamen wir in … an, trugen unsere Koffer aus dem Wagon und wollten gleich weiter zum nächsten Gleis. Bis Philip plötzlich eine schockierende Feststellung machte: „Wo ist eigentlich mein Koffer?“ Bei dem ganzen Trubel vergaß er, auf seine Sachen zu achten. Der ICE fuhr also ab und schickte seine Sachen in das Herz von Amsterdam.
Dennoch ging es weiter und um rund 16 Uhr standen wir vor dem Irmengard-Hof am bayrischen Chiemsee. Wir erfuhren, dass wir die erste Gruppe auf diesem Hof waren und wurden gleich nach einer kleinen Kuchen-Pause durch das große Anwesen geführt. Und wenn ich Anwesen sage, dann meine ich nicht nur das schöne Haus, sondern auch die riesig große, dazugehörige Wiese.
Ich war beeindruckt von so viel atemberaubender Natur, wir konnten kilometerweit bis zu den Vor-Alpen schauen.
Nachdem wir unsere Zimmer fertig bezogen haben wurde auch gleich das erste Mal in der Gemeinschafts-Küche gekocht. Wir wurden so schon von Beginn an eine starke Gruppe. Wenn ich so drüber nachdenke, war allein der erste Tag wie eine komplette Woche: so viele unbekannte Gesichter, eine neue Umgebung und zahlreiche Erlebnisse.
Am zweiten Tag standen wir früh auf, frühstückten gemeinsam und uns wurde das heutige Programm vorgestellt: ein Besuch in der Kletterhalle. In Bussen fuhren wir in die Kletterhalle Rosenheim. Die bis zu 15 Meter hohen Wände baten wirklich Möglichkeiten für jeden, sogar für mich Anfänger. Wir durften uns gegenseitig sichern, was uns noch mehr zusammenschweißte. Schwups, da war ich auch schon an der Decke! Die erste Aktion, die ersten blauen Flecke, das gleiche schöne Gefühl. Mir gefiel aber auch der Einkauf danach richtig gut. Wir wurden wirklich überall mit einbezogen, das war großes Kino. Dementsprechend wurde dann natürlich auch das Abendbrot mit anschließendem Lagerfeuer. Aber eh ich mich versah, war auch dieser Tag wieder vorbei.
Das Wetter hat sich während der Nacht gottseidank gehalten und wir machten uns mit Wanderstiefeln auf zur Kampenwand. Wir haben noch beim Frühstück beschlossen, lieber hinauf zu wandern und abschließend mit der Seilbahn wieder hinunterzufahren. Die ersten paar Höhenmeter waren kein Problem. Dann kamen noch mehr, und noch mehr… und noch mehr. Die größte Pause hielten wir an einer schönen kleinen Alm mit wunderschönem Ausblick auf die kleinen Dörfer. Nach insgesamt ungefähr 4 ½ Stunden saßen wir (endlich) in einem kleinen Restaurant, tranken Almdudler und genossen die wunderschöne Aussicht. Die Flasche steht übrigens jetzt noch bei mir Zuhause.
Eine Sache gefiel mir abends immer sehr gut: Wir trafen uns immer in der Tenne und machten Einschätzungen in allen verschiedenen Varianten. Einmal als Diagramm, als Wetteransagen oder in Form von kleinen Spielen.
Der dritte Tag stand unter dem Motto ‚Abwarten und Daumen drücken‘. Das Wetter stand nicht ganz auf unserer Seite, aber dennoch fuhren wir in einen Kletterwald. Anfangs strahlte auch noch die Sonne durch die grauen Wolken, doch die zogen sich im Laufe der Zeit ziemlich zu. Wagemutig trauten sich die meisten dann doch an die schwersten Parcours, aber ich ließ mir nach 3 Strecken dann doch lieber eine heiße Schokolade schmecken. Donner und Blitz schauten wir abends also lieber von drinnen an. Ich finde, wir hatten echt Glück mit dem Wetter. Samstag verbrachten wir zwar auf dem Hof, aber das war mindestens genauso lustig wie die aufregenden Ausflüge zuvor. Als es später kurze Zeit aufhörte machte ich mich mit 3 anderen auf zum Äpfel pflücken. Daraus wurde leckeres Apfelmus. Am Abend füllten wir die ‚Das-Mögen-wir-an-dir-Umschläge‘ und ließen die letzten Tage Revue passieren. Jetzt bin ich wieder im kalten Potsdam, schaue mir die zahlreichen Fotos aus Bayern an und vermisse jeden einzelnen unserer Gruppe.

Annkathrin Knappe, 15 Jahre

Icon: Seite drucken Icon: Seite als PDF Icon: Seite per E-Mail empfehlen Icon: Zum Seitenanfang springen
Letzte Aktualisierung: 16.5.2012
Wir übernehmen Verantwortung. Wir helfen.